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Alfred-Müller-Felsenburg-Preis geht an Tobias Schlegl

Preisverleihung am 12. Dezember in Unna

Gruppenfoto AMF-Preis 2025 mit (v.l.) Sandro Wiggerich, Heiner Remmert, Tobias Schlegl, Wolfram Kuschke und Matthias Löb

Der Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur 2025 wurde dem Autor, Moderator und Notfallsanitäter Tobias "Tobi" Schlegl verliehen. "Seine bewegenden Romane und Sachbücher", so die Jurybegründung, "erzählen einfühlsam und stark von den Arbeitswelten Rettung und Pflege. Tobias Schlegl nutzt seine Werke sowie die ihm zu Teil werdende Öffentlichkeit und mediale Aufmerksamkeit, um auf Missstände im Pflege- und Rettungssektor hinzuweisen. Über die Jahre wurde er dadurch zu einem glaubwürdigen Sprachrohr für die Belange dieser systemrelevanten Berufsgruppen. Wie kaum ein anderer Autor hebt er dabei die Grenze zwischen seiner medialen und künstlerischen Arbeit und seinem sozialen Engagement auf."

Tobias Schlegl liest aus seinen aktuellen Büchern.

Bei einer Feierstunde in den Räumlichkeiten des DRK-Kreisverbands Unna nahm Schlegl die Auszeichnung am 12. Dezember sichtlich bewegt entgegen. Grußworte sprachen zuvor der 1. Vorsitzende des Westfälischen Literaturbüros in Unna e.V., Staatsminister a.D. Wolfram Kuschke, sowie der 1. Beigeordnete der Kreisstadt Unna, Sandro Wiggerich.

In einem verlesenen Brief sprach auch die Tochter Alfred Müller-Felsenburgs, Angela Esther Metzger, dem Preisträger ihren persönlichen Dank dafür aus, dass er sein Talent in den Dienst derer stelle, die sich selbst nicht mehr oder noch nicht Gehör verschaffen können. "Mein Vater hätte Ihr Engagement und Ihre Menschlichkeit zutiefst gewürdigt."

Die Laudatio auf Tobias Schlegl hielt der ehemalige langjährige Direktor des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und Vorsitzende des Westfälischen Heimatbunds, Matthias Löb. Dieser betonte - ganz im Sinne des Preises - die untrennbare Nähe von Leben und Werk des Preisträgers: "Das Leben war nicht das Material der Bücher - es war ihr Anstoß, ihre Dringlichkeit, ihr Motor. Tobias Schlegl ist kein Autor, der Distanz schafft - er ist einer, der sie verringert. Sein Weg führt nicht vom Schreibtisch in die Recherche, sondern von der Realität in die Literatur. Er schreibt nicht über ein Milieu, er schreibt aus einem Milieu heraus. Er hält nicht fest, was er sich ausgedacht hat - sondern, was er nicht vergessen kann. Und das spürt man."

Der Abend, der musikalisch einfühlsam vom Magdalena Kryspin Duo begleitet wurde, endete mit einer Lesung Tobias Schlegls aus seinen Romanen "Schockraum" und "Strom" sowie aus seinem Sachbuch "See. Not. Rettung." und einer anrührenden Fotopräsentation von seiner Zeit auf dem Rettungsschiff "Sea Eye 4".

Die Veranstaltung wurde vom Westfälischen Literaturbüro in Kooperation mit der Kreisstadt Unna (Amt für Kultur und Weiterbildung) und dem DRK - Kreisverband Unna e.V. ausgerichtet.

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