Der Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur 2026 geht an die Autorin, Lektorin und Übersetzerin Barbara Imgrund. "Als Schriftstellerin, die Literatur nicht allein als Unterhaltung, sondern als gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung begreift, deren umfangreiches und vielseitiges Werk ihre Leser:innen durch ein enormes Maß an Empathie und ganz ohne zu belehren immer wieder zur Auseinandersetzung mit der eigenen Menschlichkeit anregt, und die sich auch jenseits ihres künstlerischen Schaffens mit Hospizarbeit, im Tierschutz und mit antirassistischer Aufklärungsarbeit gesellschaftlich engagiert, erfüllt sie die Auszeichnungskriterien vorbildlich und in jeder Hinsicht", so die Jurybegründung.
Der "Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur" (AMF-Preis) ist undotiert und wird seit 1988 jährlich in Erinnerung an seinen Namensgeber verliehen. Das für den Preis charakteristische Attribut der "Aufrichtigkeit" verweist auf seine Besonderheit, dass alle mit ihm Ausgezeichneten sich neben einem überzeugenden schriftstellerischen Niveau auch durch außergewöhnliches soziales Engagement oder ein hohes Maß an Zivilcourage als Kandidat:innen qualifiziert haben müssen. 1988 ursprünglich für die westfälische Nachbarschaft konzipiert, wurde der Preis über die Jahre immer stärker internationalisiert und hat dabei stetig an Renommee gewonnen hat. Die Preisträger:innen stammen zum Teil aus Dänemark, Österreich, Ungarn, den Niederlanden oder dem Iran. In den letzten Jahren ging er u. a. an den Dichter SAID, die Moderatorin und Aktivistin Mo Asumang, den Poetry Slammer Sebastian 23, die Comiczeichnerin Barbara Yelin und den Fernsehmoderator und Rettungssanitäter Tobias "Tobi" Schlegl. Seit 2012 findet die öffentliche Preisverleihung in Kooperation mit dem Westfälischen Literaturbüro in Unna statt, das seit 2023 auch den Juryvorsitz innehat.
Barbara Imgrund ist in Niederbayern geboren und im Allgäu aufgewachsen; in München hat sie Germanistik studiert. Anschließend arbeitete sie als Lektorin in verschiedenen renommierten Verlagen. Seit 1998 ist sie selbstständig als Lektorin, Literaturübersetzerin und Schriftstellerin und lebt seit 2000 in Heidelberg. Inspiriert von ihren ehrenamtlichen Einsätzen im Hospizdienst und im Tierschutz, beschäftigen sich ihre Texte immer wieder mit der Frage, wie wir Menschen in den Stürmen des Lebens bestehen und was uns am Ende des Tages wirklich wichtig ist. Imgrund ist Mitglied der GEDOK Heidelberg und des Netzwerks Lyrik. Zuletzt erschienen ihr zweiter Lyrik- und Fotoband Dunkelleuchten (edition federleicht, 2026) sowie Der Wurm. Eine kleine Geschichte (Helmer, 2025). Barbara Imgrund wird den Preis bei einer Festveranstaltung mit Lesung am 11. Dezember 2026 im Nicolaihaus in Unna entgegennehmen.




