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Evangelischer Buchpreis für Volker Surmann

Volker Surmann bekam den Preis für sein erstes Jugendbuch "Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit".

Stefanie Drüsedau, Volker Surmann und Ralf Meister

Der aus dem westfälischen Halle stammende Autor Volker Surmann hat am 04. Juni in der Stadtkirche St. Viktor in Schwerte den diesjährigen Evangelischen Buchpreis erhalten. Surmann bekam den mit 10.000 Euro dotierten Preis für sein erstes Jugendbuch Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit.

Volker Surmann gelingt es mit seinem Jugendroman, schwere Themen wie Tod, Depression, Mobbing und sexuelle Selbstfindung in eine fesselnde Erzählung zu integrieren, die dennoch Optimismus, Leichtigkeit, Humor und Empathie ausstrahlt. Diese positive Stimmung spiegelte sich auch in der Preisverleihung wider, die unter anderem durch die Unterstützung der "Evangelische[n] Zeitung" ermöglicht wurde. Dabei herrschte in St. Viktor vergnügte Stimmung, die nicht nur durch heitere, persönliche Worte des theologischen Vizepräsidenten Ulf Schlüter als westfälischem Gastgeber oder die anerkennende Ansprache des Landesbischofs Hannovers und Vorsitzenden des Literaturportals, Ralf Meister, sondern auch durch Vertreter:innen der Zielgruppe des Romans erzeugt wurde.

Rund 25 jugendliche Sänger:innen des "Soundexpress", Chor des Ruhrtal-Gymnasiums unter der Leitung von Musiklehrer Uwe Schiemann, begeisterten mit Songs wie "Stay" von Rihanna, "Nessaja" aus Peter Maffays Tabaluga und "Weit weg" von Wincent Weiss.

Bei der anschließenden Lesung Surmanns aus dem prämierten Buch hingen diese Jugendlichen denn auch an den Lippen des Autors. Viele von ihnen konnte man nachher am Buchstand mit dem ausgezeichneten Roman finden. Der Protagonist des Buches Leon Hertz kommt an bei den Jugendlichen - was beweist, dass der Autor den Widerständen zum Trotz gut daran getan hat, bei seinem Zugang zu der Thematik zu bleiben.

In seiner Dankesrede erklärte Surmann, dass die Fertigstellung des Romans sechs Jahre dauerte, dass Verlage ihn zwischenzeitlich ablehnten oder Änderungswünsche äußerten, die er mit der Sprache des 13 ¾-jährigen Ich-Erzählers nicht vereinbaren konnte. Er hat gut daran getan, beharrlich bei seinem Konzept zu bleiben. Herausgekommen ist am Ende "ein ganz wunderbares Plädoyer für den Mut, seinen eigenen Gefühlen zu vertrauen, Menschlichkeit und Liebe immer den Vorrang vor Feigheit und Gewalt zu geben, immer mit anderen Menschen zu reden, statt über sie und die Rätsel des Lebens als Aufgabe zu betrachten, durch deren Lösung der Mensch klüger und in jeder Hinsicht schöner werden kann", wie es Freund und Schriftsteller-Kollege Jakob Hein in seiner Laudatio formulierte. Hein gratulierte dem Evangelischen Literaturportal darüber hinaus dazu, dass es "erstmals eine richtige und zutreffende Schublade für den sich ansonsten solchen Kategorisierungen entziehenden Volker Surmann gefunden hat: Preisgekrönter Schriftsteller."

Mit der (rhetorischen?) Frage, ob man den Preis ein zweites Mal gewinnen könne, verbunden mit dem Versprechen 2027 den zweiten Teil von und mit "Leon Hertz" herauszubringen, ließ der frisch gebackene Preisträger die Anwesenden voller Vorfreude und Spannung zurück.

Aktuelles
  • Open Call für Literaturline

    Die Literaturline sucht im Rahmen von POETRY Texte von Autor:innen mit Bezug zu Münster, die am Anfang ihrer literarischen Karriere stehen. POETRY ist Teil des Internationalen Lyriktreffens, daher soll der Open Call auch ganz besonders dazu einladen, lyrische Beiträge einzureichen, aber auch Prosa (Erzählung, Essay), Slam Poetry, Spoken Word etc. ist möglich.

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  • Gelsenkirchener Literaturstipendium

    Auch 2026 lädt die Stadt Gelsenkirchen in Kooperation mit der Stadterneuerungsgesellschaft (SEG) und der Gelsenwasser-Stiftung eine:n Autor:in unter 40 Jahren dazu ein, vom 01. Juli bis 30. September in Gelsenkirchen zu wohnen und zu arbeiten. Das Stipendium ist mi 1.600 Euro pro Monat vergütet. Einsendeschluss ist der 08. März 2026.

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  • Yōko Tawada erhält den Nelly-Sachs-Preis

    Ob in Dramen, Prosatexten oder Essays und Gedichten – im feinen Spiel mit Sprache ist Yōko Tawada Meisterin. Am 14. Dezember wurde sie dafür mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Traditionell wird der Preis in Anlehnung an den Geburtstag von Nelly Sachs (geboren am 10. Dezember 1891) verliehen.

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    Der AMF-Preis wurde am 12. Dezember an den Notfallsanitäter Tobias Schlegl verliehen. "Seine bewegenden Romane und Sachbücher", so die Jurybegründung, "erzählen einfühlsam und stark von den Arbeitswelten Rettung und Pflege." Mit seinem Debütroman "Schockraum" betrat der TV-Moderator 2020 erstmals auch als Autor die Bühne.

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