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GWK-Förderpreis Literatur 2022

Die Auszeichnung geht in diesem Jahr an Ada Charlotte Kilfitt

Christian Brandt, Vorsitzender des Kuratoriums der GWK; Preisträgerin Ada Kilfitt & Susanne Schulte, Geschäftsführerin der GWK

Die Gesellschaft für Westfälische Kulturarbeit (GWK) hat Förderpreise und Arbeitsstipendien im Gesamtwert von 30.000 Euro an exzellente junge Künstler:innen vergeben. Die GWK mit Sitz in Münster schreibt jährlich zwei GWK-Förderpreise für klassische Musik und je einen für Literatur und bildende Kunst aus. Mit den renommierten Preisen werden junge Künstler:innen aus Westfalen-Lippe ausgezeichnet, die überdurchschnittliche Leistungen erbringen, bei ihrem Einstieg in eine professionelle Karriereunterstützt. Ausgewählt werden sie von unabhängigen Fachjurys.

Ausgezeichnet mit dem GWK-Förderpreis Literatur 2022 wurde Ada Charlotte Kilfitt aus Bochum. Die 23-jährige Germanistik-Studentin erhält den mit 5000 Euro dotierten Preis für einen Ausschnitt aus dem Manuskript ihres ersten Romans Die Kinder. Den diesjährigen GWK-Förderpreis Kunst, verbunden mit der Aufnahme in ein Förderprogramm, erhält Yoana Tuzharova. Im Bereich Musik hat die GWK in diesem Jahr drei Arbeitsstipendien an die Bielefelder Harfenistin Johanna Dorothea Görißen, die im serbischen Subotica geborene Violoncellistin Irena Josifoska  sowie Tzu-Yin Lin aus Taipeh vergeben.

Laudatio auf die GWK-Förderpreisträgerin Literatur 2022 von Dr. Susanne Schulte:

Ada Charlotte Kilfitt wird für einen Ausschnitt aus dem Manuskript ihres ersten Romans, das Anfangskapitel Die Kinder, mit dem GWK-Förderpreis 2022 für Literatur ausgezeichnet. Kunstvoll und klug, dabei in unangestrengt natürlichem Fluss erzählt die erst 23-jährige Autorin von Anna, die an einem Silvesterabend, ihrem neunten Geburtstag, "lichterloh" brannte, und von den Brieffreundinnen und Brieffreunden, die sie nach ihrem Unfall findet - über die Literatur. Am ganzen Körper und im Gesicht schwer gezeichnet, wird Anna zur Außenseiterin und, nach zahlreichen Operationen, in der Reha zu "der, die immer liest". Über den erfolgreichen Kinder-Fantasyroman "Riesenaue", den ihre Eltern nach ihrer Idee an ihrem Krankenbett schreiben, gewinnt die Zehnjährige zahlreiche Brieffreunde und -freundinnen in ganz Deutschland. Es sind Kinder, die, wie Anna, unglücklich sind und mithilfe von Literatur und Fantasie versuchen, ihr Leben zu meistern, Kinder, die im Lesen und/oder literarischen Schreiben wie auch im Briefwechsel mit Anna eine "Heimat" suchen.

Ada Charlotte Kilfitt erzählt aus nüchtern-objektivierender, auktorial-allwissender Perspektive, jedoch diskret und ohne zu psychologisieren oder zu deuten, von Schrecklichem und seiner Bewältigung mithilfe von Literatur. Hellwach, in Kenntnis der familiären und seelischen Probleme vieler Kinder heute, hat sie brennend aktuelle, tief beeindruckende Bilder und Szenen entworfen und diese im Roman ökonomisch, schlaglichtartig und schlagkräftig, eingesetzt. Intelligent angerissen, nicht ausgemalt oder auserzählt, sind die einzelnen Szenen mit Bedeutung aufgeladen. So repräsentieren sie und evozieren in den Leser:innen komplexe Lebenszusammenhänge, die ganze stille Dramatik im Alltag der Kinder. Dabei ist die Sprache des Romans einfach, lakonisch-konstatierend, distanziert-sachlich; sie ist kindlich, doch zugleich im höheren und im besten Sinn naiv. Und gerade dadurch entfaltet der Text seine imaginative und emotionale Wucht.

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