
alfabet - das Paradiesdunkel ist weiß
Das international gefeierte Lang-Gedicht alfabet (1981) der dänischen Autorin Inger Christensen ist Ausgangspunkt einer interdisziplinären Recherche der Künstler:innen Anna Stern (Stimme), Michael Kolberg (Musik) und Francesco Matejcek (Tanz). Zwei zentrale und brandaktuelle Fragen destilliert das Trio heraus: Wie gehen wir mit der nahezu unerträglichen Gleichzeitigkeit von Schönheit und Zerstörung um? Können Empathie und Imagination Hoffnungsträger sein?
Die Strukturprinzipien des Gedichts, die Fibonacci-Reihe und das Alphabet, werden übersetzt in immer dichter werdende Schichtungen aus Worten, Klängen und Bewegungen. Die "Farbe" Weiß durchzieht die gesamte Inszenierung: Sie taucht im Text auf, materialisiert sich im Papier auf der Bühne und in der Kleidung der Performer, steht als Symbol für Leben und Tod zugleich. Die immersive Collage schafft neue und überraschende Zugänge zu "alfabet" und feiert in der Orangerie des Botanischen Gartens das Leben selbst.
1995 erhielten Inger Christensen und ihr Übersetzer Hans Grössel den Preis der Stadt Münster für Europäische Poesie.




