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Museum Peter August Böckstiegel
21.05.2022
Ort: Werther
Beginn: 18:00 Uhr

Ausdruck seines Ursprungs zu sein...

Eine Veranstaltung im Rahmen von Wege durch das Land

+++Die Veranstaltung ist ausverkauft.+++

Der Künstler Peter August Böckstiegel gilt als bedeutendster Vertreter des "Westfälischen Expressionismus" und war Maler und Bildhauer gleichermaßen. 1909 wurde er Mitglied der Bielefelder Künstlergruppe Rote Erde und fand durch sie zu seinem eigenen Stil, der aus klassischen Schattierungen und modern anmutenden Verwischungen bestand. So wurde sein Werk immer wieder der Stilrichtung des Expressionismus zugerechnet und infolgedessen ab 1933 zur sogenannten "Entarteten Kunst" ernannt. Nach dem Krieg wurde Böckstiegel Vorsitzender der Westfälischen Sezession 1945 und trug wesentlich zum Wiedererstarken einer Künstler:innenszene in Westfalen bei. Seine Heimat und die ländliche Herkunft waren dem Künstler zeitlebens wichtig, genauso jedoch die moderne Kunst. Böckstiegels Geburts- und Sterbehaus in Werther-Arrode verdeutlicht, wie sehr Künstler und Werk in die Landschaft und die bäuerlichen Lebensverhältnisse seiner Heimat involviert waren. Heute ist das Ensemble um einen modernen Museumsbau erweitert, in dem Wechselausstellungen und die Sammlung Böckstiegels gezeigt werden. (Die Eintrittskarte berechtigt zum Besuch.)

Die Schauspielerin Nicole Ernst wird Böckstiegels Aus meinem Leben samt weiterer Texte des Künstlers lesen und so einen Einblick in sein Schaffen und seine Kunstauffassung geben. Als ausschlaggebender Impuls für die Gattung der expressionistischen Literatur gilt Alfred Döblins Die Ermordung einer Butterblume und andere Erzählungen. Der Schauspieler Max Urlacher liest u.a. die titelgebende Geschichte, in der der exzentrische Protagonist auf einem Spaziergang aus Wut eine Butterblume köpft und sich so in diese Tat hineinsteigert, dass er meint, die Bäume würden über ihn richten und er müsse auf ewig ein Sünder bleiben. Döblins Groteske beschreibt wortmächtig den Einfluss der Natur auf die menschliche Seele und kommt damit den Bildern Böckstiegels inhaltlich und formal durchaus nahe.

Auch die 1993 in Spanien geborene Saxophonistin Mari Ángeles del Valle Casado beschäftigt sich in ihrem Programm mit Böckstiegels Zeitgenossen. Die Werke von Claude Debussy, Isaac Albéniz und Pierre-Octave Ferroud sind maßgeblich vom Impressionismus geprägt und veranschaulichen, wie Expressionismus und Impressionismus nebeneinander bestehend den künstlerischen Ausdruck ihrer Zeit prägten. Im zweiten Teil spannt die Musikerin einen Bogen von zeitgenössischen Werken bis zum Barock und zeigt damit die Bandbreite ihres Instruments. Interessant ist hier auch der Kontrast zwischen Werken, die ursprünglich für Saxophon komponiert wurden, und Bearbeitungen von Werken aus einer Zeit, in der das Saxophon noch nicht erfunden war. Der wandlungsfähige und immer wieder überraschende Klang dieses Instruments bekommt in den Ausstellungsräumen des Böckstiegel-Hauses einen ganz eigenen und besonderen Raum.

Jedes Jahr zieht das Literatur- und Musikfestival Wege durch das Land von Mai bis Juli mit 25 bis 30 Veranstaltungen durch Ostwestfalen-Lippe und unternimmt von Zeit zu Zeit Ausflüge in angrenzende Regionen. Jede Aufführung ist eine Premiere, fast jede Bühne steht nur auf Zeit. Die Dramaturgie der Veranstaltungen ist stets eng mit dem Ort verknüpft und so wird die Historie und das Besondere eines jeden Ortes für einen Tag durch Literatur und Musik, durch Stimmen und Instrumente lebendig.

Nicole Ernst
Max Urlacher
Mari Ángeles del Valle Casado
Informationen
Datum:
21.05.2022, 18:00 Uhr
Ort:
Museum Peter August Böckstiegel
Schlossstraße 109/111
33824 Werther
Anfahrt (Google Maps)
Eintritt:
Kat. A 55 €, erm. 45 € / Kat. B 40 €, erm. 32 €
Veranstalter:
Wege durch das Land gGmbH
E-Mail:
Web:
Weiteres:

Karten sind auf der Website von Wege durch das Land erhältlich.

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