
Lesung mit Petra Reski und Pezhman Golchin
Es lesen die Autorin und Journalistin Petra Reski und Pezhman Golchin, Schriftsteller und Journalist aus dem Iran und Stipendiat Writers in Exile (PEN). Musikalische Begleitung von Rüdiger Wilke (Saxophon); Moderation: Bilitis Naujoks, Vorsitzende ProMensch Kamen.
Petra Reski ist Schriftstellerin und Journalistin, wuchs in Kamen auf und lebt in Venedig. Sie schreibt seit 1989 über Italien und erhielt zahlreiche Preise, darunter 2021 den renommierten Ricarda-Huch-Preis. Infolge ihrer Veröffentlichungen über die Mafia in Deutschland war sie Klagen und Drohungen ausgesetzt, weshalb sie eine Zeit lang Polizeischutz erhielt. Über ihre von Klimakrise und Massentourismus bedrohte Heimatstadt Venedig veröffentlichte sie das Buch Als ich einmal in den Canal Grande fiel. Vom Leben in Venedig. (Droemer 2021). In ihrem jüngsten Buch All'italiana! Wie ich versuchte, Italienerin zu werden (Droemer 2024) erzählt sie eine Entwicklungsgeschichte: die Italiens seit 1989 und ihre eigene. Seit 2018 fährt Petra Reski ein kleines Fischerboot, mit dem sie auch rückwärts einparken kann.
Der Schriftsteller und Journalist Pezhman Golchin setzt sich in seinen Werken kritisch mit der Regierung seines Heimatlandes Iran auseinander. Er ist Mitbegründer der iranischen Literaturvereinigung Kandooye Chare Iran. Im Jahr 2002 veröffentlichte Golchin seinen ersten Gedichtband Marnag, zwei Jahre später gab er die Literaturzeitschrift Saad heraus, 2006 das Magazin Dal. Bereits nach der ersten Ausgabe von "Dal" wurde Golchin und den Mitherausgebern der Prozess gemacht und die Zeitschrift 2009 verboten. Golchin stellte eine schriftstellerische Arbeit trotz Repressalien und mehreren Verhören durch die Islamische Revolutionsgarde nicht ein. Als im Oktober 2018 ein enger Freund und politischer Mitstreiter ermordet wurde, spitzte sich die Sicherheitslage für Golchin zu. Seit März 2022 ist er Elsbeth-Wolffheim-Stipendiat der Wissenschaftsstadt Darmstadt; betreut wird er in dieser Funktion vom PEN Deutschland.




