Literaturtipp

Renate Klockenhoff

Berührung

Agenda Verlag, Münster 2025

Renate Klockenhoffs Debütroman "Berührung" zeigt zwei weibliche Hauptfiguren verschiedener Generationen, die aufeinander zugehen.

Während die 1900 geborene und zu Beginn des Romans fünfjährige Katharina durch die Schulzeit, zwei Weltkriege und Heirat älter wird, bewegt sich Hanna schrittweise in ihre eigene Vergangenheit.

Katharina stammt aus einer armen Weberfamilie, die im Rheinland und in der Eifel nach Arbeit suchend umherzieht und nach dem ersten Weltkrieg, als junge Frau ins Ruhrgebiet kommt. Hanna, eine Frau Mitte 40, beginnt im Jahr 2000 ihr Leben zu reflektieren, als sie nach einer gescheiterten Beziehung mit ihrem Sohn ins Ruhrgebiet zieht, um sich dort eine neue persönliche und berufliche Perspektive aufzubauen. Die Grenzen, die Katharina aufgrund ihrer sozialen Herkunft immer wieder aufgezeigt werden, kommentiert sie überwiegend durch Schweigen. In ihrer Kindheit und Jugend ist sie innerlich geprägt von Hoffnung, später von Angst und Misstrauen, aber gleichzeitig von dem Wunsch nach Liebe und Geborgenheit. Auch Hanna geht in ihrer Kindheit und Jugend überwiegend schweigsam mit ihren Erfahrungen um. Sie erlebt Ausgrenzungen, für sie nicht sichtbare soziale Schranken und familiäre Konflikte, die das Leben beschwerlich machen. Das Studium zeigt ihr neue Denkmöglichkeiten auf, die ihrem Leben Richtung und später Stabilität verleihen.

Beide Figuren, obwohl zu Beginn über fast hundert Jahre getrennt, berühren sich über die Grenzen der Zeit hinweg.

www.agenda-verlag.de

Aktuelles
  • Nachwuchspreise des Droste-Forums

    Mit dem Ziel der Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs vergibt das Droste-Forum jährlich Preise für herausragende akademische Abschlussarbeiten, die sich thematisch mit Annette von Droste-Hülshoff und ihrem Werk, ihrem näheren Umfeld oder literarischen oder anderen künstlerischen Adaptionen ihres dichterischen Werkes beschäftigen.

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  • Texte für BRACHE #4 gesucht

    Für die nächste BRACHE werden literarische und illustrative Beiträge gesucht, die dem Mündlichen nachgehen: Familienlegenden, Schutzrituale, Ortsgeschichten, Rezepte ohne Maße, Streitgespräche, Schweigen, alles was von Mund zu Mund geht und sich dabei verwandelt. Der Open Call richtet sich an Menschen, die im Ruhrgebiet leben bzw. einen Bezug zum Ruhrgebiet haben. Einsendeschluss ist der 05. Oktober.

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  • AMF-Preis für Barbara Imgrund

    Mit Barbara Imgrund zeichnet die Jury für den "Alfred-Müller-Felsenburg-Preis für aufrechte Literatur" 2026 eine Autorin aus, die Literatur nicht allein als Unterhaltung, sondern als gesellschaftliche und kulturelle Verantwortung begreift. Die Autorin wird den Preis bei einer Festveranstaltung mit Lesung am 11. Dezember 2026 im Nicolaihaus in Unna entgegennehmen.

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  • Shortlist Literaturpreis Ruhr

    Fünf aktuelle Bücher stehen auf der Shortlist für den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis des Literaturpreis Ruhr 2026. Die Auswahl zeigt die Bandbreite literarischer Formen und Stoffe im diesjährigen Wettbewerb. Der Literaturpreis Ruhr ist die wichtigste ideelle wie materielle Auszeichnung für Schriftsteller:innen, die im Ruhrgebiet leben, sowie für Autor:innen von außerhalb, die über die Region schreiben.

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