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17.05.2020 - Havixbeck

Das Biedermeier-Phantasma: Deep Fake

  • Digitale Darstellungen ergänzen Biedermeier-Realität

  • Fabian Raith

  • Lena Eikenbusch



Digitale Sonderausstellung im Droste-Museum

Nachdem das Droste-Museum auf Burg Hülshoff nach der Covid-19 bedingten Schließung den Betrieb wiederaufgenommen hat, eröffnet das Center for Literature (CfL) die digitale Sonderausstellung Das Biedermeier Phantasma: Deep Fake.

Es handelt sich dabei um eine digitale Ausstellung, parallel zur gewohnten Dauerpräsentation im Droste-Museum. Über Tablets wird die Welt der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff mit unserer Welt überlagert - und andersrum. Mit Tablets suchen die Gäste analoge Ankerpunkte in den Räumen - und entdecken, was dahinter versteckt ist: Im Display der Geräte überlagern digitale Darstellungen die scheinbar analoge Biedermeier-Realität und reichern sie so, via Kamerabild, an. Die Gäste sehen nicht neue Objekte in Vitrinen, sondern rufen per Tablet über analoge Ankerpunkte Inhalte ab. Eine Einweisung in die Tablets erfolgt durch das Museumspersonal. Hinter ihnen sind Filme, Hörstücke oder Informationen versteckt - unter anderem auch der Film Timeline des Künstlers Daniel Laufer, der im vergangenen Jahr auf Burg Hülshoff gedreht wurde. Die Kurator*innen und Programmierer*innen der Ausstellung, Fabian Raith und Lena Eikenbusch, haben sich von den Fragen leiten lassen, wie Wahrheit und Echtheit im Museum und im digitalen Zeitalter funktionieren. Durch das Internet, die Digitalisierung und eine globalen Nachrichtenlage, die von vielen als überkomplex wahrgenommen wird, ist es schwieriger als je zuvor, zwischen Narration, Fiktion und Realität zu unterscheiden.

Das Museum wird zum Deep Fake seiner selbst. Tauchen Sie ein in die Tiefe echter Fälschungen!

Denn das Museum auf Burg Hülshoff hat eine Aufgabe, die es noch nicht erfüllt. Es soll im 21. Jahrhundert Leben und Werk einer "weißen" adligen, christlichen Dichterin aus dem Westfalen der Biedermeierzeit vermitteln. Wie kann das erzählt werden? Was ist heute Erzählung? Was ist Wirklichkeit? Durch das Internet und die Digitalisierung ist es schwieriger als je zuvor, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Mit dieser Unschärfe spielt die Ausstellung.

Menschen, die vorerst die Ausstellung nicht besuchen können, haben am 17. Mai die Gelegenheit, auf der Website des CfL ein Online-Event mit Beiträgen von Christiane Frohmann, dem Performancekollektiv Anna Kpok,hyphen labs sowie Lena Eikenbusch und Fabian Raith zum Thema "Museum und Digitales" zu erleben.


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Weiteres:
  • Der Eintritt für das Droste-Museum ist am 17. Mai im Rahmen des Internationalen Museumstags 2020: "Das Museum für alle - Museen für Vielfalt und Inklusion" kostenfrei. Regulär beträgt der Eintritt für die Sonderausstellung 5 €.
  • Die digitale Ausstellung hat eine Laufzeit bis 30. November 2020.
  • Es ist zu beachten, dass zur Einhaltung der Abstandsregeln eine verminderte Zahl von Besucher*innen das Museum betreten kann: Ein Besuch ist zu zweit oder im Familienverbund möglich, unter Gebrauch einer Mund-Nase-Bedeckung.
  • Aufgrund der Abstandsregeln kann es zu einer Wartezeit kommen, die im Burgpark oder mit dem To go Angebot der Burg-Gastronomie angenehm überbrückt werden kann.
  • Das Museum ist für Menschen im Rollstuhl leider nicht barrierefrei.
  • Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung