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19.11.2019 - Iserlohn

Die Geschichte der Frau



Lesung von Feridun Zaimoglu

Es spricht die Frau. Es beginnt. Ein literarisches Abenteuer, ein großer Gesang, ein feministisches Manifest: Feridun Zaimoglus neuer Roman ist ein unverfrorenes Bekenntnis zur Notwendigkeit einer neuen Menschheitserzählung - aus der Sicht der Frau. Dieses Buch erzählt eine unerhörte Geschichte. Es lässt zehn außerordentliche Frauen zur Sprache kommen vom Zeitalter der Heroen bis in die Gegenwart. Es sind Menschen, deren Sicht auf die Dinge nicht überliefert wurde. Weil Männer geboten, die Wahrheit tilgten und die Lüge zur Sage verdichteten. Diesen Frauen war es vorbehalten, schweigend unsichtbar zu bleiben oder dekorativ im Bild zu stehen. Doch nun sprechen sie - klar und laut, wie eine abgefeuerte Kugel.

Feridun Zaimoglu zeigt sich in seinem neuen Roman erneut als ein Meister der Vielstimmigkeit. Was ihm dabei gelingt, ist ein regelrechtes Wunder. Die Figuren dieses Buches klingen nicht nur lebendig - sie werden es: von Antigone über Judith bis Valerie Solanas. Kraftvoll, poetisch und subversiv. Kein Friedensangebot. Keine Schmeichelei. Tabula Rasa!

Folgende Frauen kommen zu Wort:

  • Zippora 1490 v. Chr. - schwarzhäutige Frau des Moses
  • Antigone Zeitalter der Heroen - Streiterin gegen Gewaltherrschaft
  • Judith 6. Tag nach der Auferstehung - Jüngerin Jesu, Frau des Judas
  • Brunhild 429 - zaubermächtige Walküre, Kriegerkönigin
  • Prista Frühbottin 1540 - heilkundige Frau, der Hexerei bezichtigt
  • Lore Lay 1799 - Magd, die sich vom Dichter nicht bannen lässt
  • Lisette Bielstein 1849 - rote Fabrikantentochter
  • Hildrun Tilmanns 1945 - Trümmerfrau
  • Leyla 1965 - Gastarbeiterin der ersten Stunde
  • Valerie Solanas 1968 - Feministin, die zur Waffe greift

Feridun Zaimoglu lebt seit seinem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Er schreibt für Die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und die FAZ. 2002 erhielt er den Hebbel-Preis, 2003 den Preis der Jury beim Bachmann-Wettbewerb, 2005 den Adelbert-von-Chamisso-Preis und den Hugo-Ball-Preis. Im selben Jahr war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. 2007 erhielt er den Grimmelshausen-Preis, 2008 den Corine-Preis (für "Liebesbrand"), 2010 den Jakob-Wassermann-Literaturpreis und 2012 den Preis der Literaturhäuser. 2015 war er Stadtschreiber von Mainz, 2016 bekam er den Berliner Literaturpreis und erhielt Feridun Zaimoglu die Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein. Im selben Jahr erschien "Siebentürmeviertel" und 201 "Evangelio", das auf die Shortlist für den Deutschen Buchpreis kam. (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)



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