Viele Stimmen.
Eine Region.

17.01.2020 - Detmold

Es ist höchste Zeit

  • Marc Ben Puch

  • Martin Schulte



Anna Schudt & Marc Ben Puch lesen Climate Fiction

Mit Climate Fiction hat sich ein Genre etabliert, das sich mit verschiedenen Fragen des Klimawandels beschäftigt. Das, was in naher Zukunft sein könnte, wird im Erzählen schon jetzt spürbar und lässt sich nicht mehr verscheuchen. Anna Schudt und Marc Ben Puch lesen Texte von T. C. Boyle, Ilija Trojanow und Maja Lunde und bringen drei sehr unterschiedliche Facetten des Klimawandels zu Gehör. Der Gitarrist Martin Schulte begleitet die Lesungen mit freien Improvisationen und Jazz-Klängen. In seinem Spiel bewegt sich der meisterhafte Instrumentalist virtuos an den Schnittstellen von Modern Jazz, Pop und Rock.

Mögliche Folgen der klimatischen Veränderungen werden in eindringlichen Szenen entworfen und Bilder von durch unseren Lebensstil hervorgerufenen Naturkatstrophen gezeichnet. Das, was in naher Zukunft sein könnte, wird im Erzählen schon jetzt spürbar und lässt sich nicht mehr verscheuchen. Unter dem Eindruck einer Fahrt in die Gegend um die ukrainische Geisterstadt Pripjat verfasste T. C. Boyle seine Erzählung In der Zone. Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl macht sich Mascha entgegen aller Warnungen und nur in Begleitung ihres Nachbarn Leonid auf den Weg in die Sperrzone. Tiere und Natur haben sich ihren Lebensraum scheinbar zurückerobert, aber wird der Mensch hier wieder leben können? In der deutschsprachigen Literatur wurden die Verletzlichkeit und die Schönheit der Natur selten zuvor so leidenschaftlich beschworen wie in Ilija Trojanows Roman EisTau: Als das Sterben seines Gletschers nicht mehr aufzuhalten ist, heuert der Glaziologe Zeno auf einem Kreuzfahrtschiff an, um Touristen die Wunder der Antarktis und des Eises vor Augen zu führen. Doch auf der Reise verzweifelt er an der Ignoranz der Urlauber*innen. Wie würde die Welt aussehen, wenn es keine Bienen mehr gäbe? Maja Lunde stellt in ihrem Bestseller Die Geschichte der Bienen genau diese Frage. Kunstvoll verwebt sie das prekäre Verhältnis von Mensch und Natur mit drei Familiengeschichten, die sich auf unterschiedlichen Kontinenten im 19. und 21. Jahrhundert entfalten.

Mit wunderbarem Gespür für Atmosphäre und Sprache einer Geschichte holen Anna Schudt und Marc Ben Puch Figuren und Handlungen aus den Buchdeckeln hinaus auf die Bühne. Feinsinnig vermitteln sie die Gefühlswelten ihrer Protagonist*innen und lassen ganze (Seelen-)Landschaften hörbar werden.



Weiteres:
  • Karten sind im Literaturbüro OWL von Montag bis Donnerstag von 10.00 bis 17.00 Uhr und am Freitag von 10.00 bis 16.00 Uhr telefonisch unter 05231-30 80 210 oder per Mail an karten@literaturbuero-owl.de erhältlich.
  • Die Plätze sind nummeriert und werden in der Reihenfolge der Bestellung vergeben. Rollstuhlplätze können bei Bedarf eingerichtet werden, bitte melden Sie diese bei der Kartenbestellung an.
  • Die Kasse ist eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn besetzt.
  • Diese Veranstaltung findet am 18. Januar noch einmal in Minden statt.